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Aus dem englischen Original mit KI übersetzt
Die Schlacht bei Austerlitz endete mit der Niederlage der alliierten Streitkräfte. Was sich in den folgenden Tagen des Dezember 1805 ereignete und wie die Friedensverhandlungen die politische Landkarte Europas neu gestalteten, zeigt diese Fortsetzung unserer Miniserie über die Schlacht von Slavkov.
Nach der Schlacht bei Austerlitz
Die gegnerischen Armeen waren zu Beginn der Schlacht bei Austerlitz leicht ungleich stark. Die französische Grande Armée zählte zwischen 65.000 und 75.000 Mann, einige Divisionen trafen erst kurz nach den ersten Schüssen bei Telnice ein. Der französische Einsatz umfasste etwa 605 Stabsoffiziere, 58.000 Infanteristen, 11.500 Kavalleristen sowie 4.200 Artilleristen und Mitglieder der militärischen Versorgungseinheit die 157 Geschütze bedienten.
Ihnen standen etwa 75.000 Russen und 16.000 Österreicher gegenüber. Unter dem Kommando von Zar Alexander I. führte die russische Armee rund 50.000 Infanteristen, 14.000 Reiter sowie 7.800 Artilleristen und Mitglieder der militärischen Versorgungseinheit mit 318 Geschützen ins Feld. Kaiser Franz I. von Österreich kommandierte etwa 11.000 Infanteristen, 3.000 Kavalleristen und 1.700 Artilleristen und Mitglieder der militärischen Versorgungseinheit mit 70 Geschützen.
Trotz dieses Kräfteungleichgewichts waren die Verluste der Franzosen deutlich geringer als die der Alliierten. Die russische Armee erlitt etwa 16.000 Tote und Verwundete, weitere 9.500 gerieten in Gefangenschaft. Die österreichische Armee verlor rund 600 Tote und 1.200 Verwundete, etwa 1.670 Soldaten wurden gefangen genommen. Die französische Armee verzeichnete 1.305 Tote, 7.260 Verwundete und zwischen 94 und 532 Gefangene.
Die Verwundeten und Gefangenen
Das gesamte Schlachtfeld der Schlacht bei Austerlitz war mit Toten bedeckt, die später in zweiundzwanzig Massengräbern bestattet wurden. Während der Schlacht wurden französische Verwundete nach Šlapanice gebracht und, wenn transportfähig, anschließend nach Brünn weitergeleitet.

In Šlapanice standen den Militärärzten zwei große Gebäude zur Verfügung — das klösterliche Scholasterium und das Schloss Blümegen, beide zu Feldlazaretten und Verbandplätzen umgewandelt. Schwerstverwundete blieben im Schlosshospital. Am Morgen des 3. Dezember wurden 190 Patienten gezählt, die meisten nach Amputationen, einem drastischen, aber üblichen Verfahren zur Vermeidung von Wundbrand.
Der Chefchirurg der Kaiserlichen Garde, Jean Dominique Larrey, und seine Kollegen waren in der Lage, ein Gliedmaß in unfassbaren zwei bis vier Minuten ohne Einsatz von Anästhesie zu amputieren. Schmerzlinderung war auf Kälteanwendung, Opiumtinkturen oder Alkohol beschränkt.

In Brünn und Umgebung wurden unzählige Orte zur Behandlung der Verwundeten genutzt. Krankenhäuser und Klöster waren überfüllt: das Kloster der Barmherzigen Brüder, das Elisabethinen-Kloster und das Militärspital in Zábrdovice. Sogar Kirchen, Fabriken und Privathäuser wurden zu provisorischen Stationen. Das Reduta‑Theater diente erst als russisches Gefangenenlager, später als französisches Militärhospital. Auch das Benediktinerkloster in Rajhrad nahm Verwundete auf, die dort bis Februar 1806 blieben.
Einige österreichische und russische Soldaten wurden in das Schloss der Familie Podstatský in Veselíčko bei Přerov verlegt.
Russische Gefangene wurden an verschiedenen Orten festgehalten — etwa 400 in der Kirche von Šlapanice, andere im Dom St. Peter und Paul in Brünn, wo sie Berichten zufolge Kirchenbänke verbrannten, um sich zu wärmen.
Überfüllung und schlechte Hygiene lösten bald eine Typhus‑Epidemie in Brünn aus, die zahlreiche Soldaten und Zivilisten dahinraffte. Der Typhus ebbte erst mit Einsetzen des Winterfrosts um Weihnachten herum ab.
Das Schicksal von General Valhubert
Der französische Brigadegeneral Jean Marie Mellon Roger Valhubert wurde während der Schlacht von Austerlitz in der Nähe des Santon-Hügels bei Tvarožná durch Granatsplitter im Oberschenkel schwer verwundet.

Zunächst brachte man ihn ins Schloss Šlapanice, später nach Brünn, wo er in einem Haus in der heutigen Orlí 14 verstarb. Die Trauerfeier fand am 8. Dezember 1805 in der Jakobskirche statt, die Beisetzung auf dem Brünner Stadtfriedhof an der heutigen Kounicova‑Straße (1883 aufgelassen; heute Tyrš‑Park). Gedenkstellen sowohl am Schlachtfeld als auch im Tyrš‑Park erinnern an diesen napoleonischen General.

Die Nacht nach der Schlacht
Die zerschlagene russische Armee zog sich zusammen mit Zar Alexander I. langsam in Richtung Hodonín zurück und überschritt von Mähren aus die Grenze nach Ungarn. General Bagration wich in Richtung Rousínov zurück, verfolgt von der Kavallerie Lannes’ und Murats. Mit Einbruch der Dunkelheit führte Bagration ein geschicktes Ausweichmanöver aus und schwenkte scharf nach Süden in Richtung Slavkov. Seine vierte Kolonne und die Kaiserliche Garde passierten die Stadt erfolgreich. Aufgrund der Dunkelheit bemerkten Lannes und Murat diesen Täuschungszug nicht und setzten den Marsch Richtung Rousínov fort.
In jener Nacht logierte Kaiser Franz I. von Österreich im Vrchnostenský‑Amtshaus in Žarošice, während Zar Alexander I. bei Isidor Valy, einem Viertel‑Bauern in Žarošice Nr. 45, Unterkunft fand; sechs Generäle bezogen Quartier im Pfarrhaus.

Napoleon Bonaparte verbrachte nach der Inspektion des verdunkelten Schlachtfelds von Austerlitz die Nacht in der Alten Post bei Pozořice. Am nächsten Tag zog er ins Schloss Austerlitz, wo seine Gegner Alexander I. und Franz I. vor der Schlacht gewohnt hatten. Dort diktierte er seine Proklamation an die Armee und mehrere Briefe nach Frankreich. Gegen 16 Uhr empfing er Prinz Johann von Liechtenstein, der im Namen Kaiser Franz’ I. über einen Separatfrieden verhandeln sollte.
Das weiße Bett, das im Schloss als „Napoleons Bett“ gezeigt wird, ist allerdings eine spätere Legende. In Wirklichkeit schlief der Kaiser auf seinem Feldbett in einem anderen Zimmer, näher zur Haupttreppe.

Friedensverhandlungen
Am 4. Dezember trafen sich Napoleon und Kaiser Franz I. auf neutralem Boden beim verbrannten Mühlwerk nahe Násedlovice. Sie sprachen unter vier Augen, nur von ihren Adjutanten begleitet — Prinz Liechtenstein für Österreich und Marschall Berthier für Napoleon. Der hier vereinbarte Waffenstillstand wurde zwei Tage später, am 6. Dezember 1805, im Schloss Slavkov offiziell unterzeichnet.

Weitere Friedensgespräche fanden in Brünn statt, wurden jedoch aufgrund der Typhus‑Epidemie nach Preßburg (heute Bratislava) verlegt. Der endgültige Vertrag wurde am 26. Dezember 1805 im Primatialpalast unterzeichnet und ging als Friede von Preßburg in die Geschichte ein.
Infolge der Schlacht bei Austerlitz und dieses Friedens verlor Österreich bedeutende Gebiete in Italien und Deutschland — insgesamt 63.000 km² mit fast drei Millionen Einwohnern. Darunter Tirol, Vorarlberg und Augsburg (an die Bayern) sowie Venedig, Istrien und Dalmatien, die Teil des neu geschaffenen Königreichs Italien unter Napoleons Kontrolle wurden. Österreich verzichtete zudem auf alle Ansprüche in den deutschen Staaten, erhielt Salzburg als Ausgleich und musste 40 Millionen Francs Entschädigung an Frankreich zahlen.
Neun Monate später, am 6. August 1806, wurde das Heilige Römische Reich aufgelöst. Kaiser Franz II. wurde fortan zu Franz I. von Österreich und behielt nur diesen Titel. Zar Alexander I. weigerte sich, mit Napoleon Frieden zu schließen, und die russischen Truppen zogen sich nach Russland zurück.
Die Schlacht bei Austerlitz in der Literatur
Über die Schlacht bei Austerlitz sind zahlreiche Werke erschienen — von detaillierten militärischen Analysen bis zu Memoiren von Teilnehmern. Die Schlacht fand auch Eingang in die Weltliteratur. In Leo Tolstois monumentalem Roman Krieg und Frieden wird die Schlacht bei Austerlitz eindrucksvoll als eines der zentralen Ereignisse geschildert.
Eine reale Persönlichkeit, Graf Ferdinand von Tiesenhausen, inspirierte die Figur des Fürsten Andrej Bolkonski. Er entstammte einer alten baltischen Adelsfamilie, diente als Adjutant von Zar Alexander I. und war zugleich Schwiegersohn Kutusows. In der Schlacht bei Austerlitz verwundet, starb er in einem Gasthof in Silničná bei Žarošice, wo er zunächst beigesetzt wurde. Seine Gebeine wurden später in die Heimat überführt und im Dom von Tallinn bestattet.

Damit endet dieses düstere Kapitel der Schlacht bei Austerlitz. Im letzten Teil unserer Miniserie erkunden wir die Gedenkstätten, Denkmäler und Erinnerungsorte, die mit dieser historischen Schlacht verbunden sind.
Nächste Folgen der Serie:
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Schlacht bei Austerlitz 1805 – Ein Spaziergang über das Schlachtfeld I.
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Schlacht bei Austerlitz 1805 – Ein Spaziergang über das Schlachtfeld II.
- Schlacht bei Austerlitz 1805 – Ein Spaziergang über das Schlachtfeld IV.
Unser YouTube‑Video bietet einen faszinierenden Blick auf eine der bedeutendsten Schlachten der Napoleonischen Kriege — die Schlacht bei Austerlitz (die Dreikaiserschlacht). Es zeichnet die Ereignisse vor und während der Schlacht nach, ihre Schlüsselmomente und ihre Auswirkungen auf die europäische Geschichte. Die Zuschauer entdecken die damit verbundenen Orte — etwa Schloss Austerlitz, die Pratzenhöhen und Brünn — sowie die Hauptakteure: Napoleon Bonaparte, Zar Alexander I., Kaiser Franz I. und General Kutusow.